2025-04-24 Ostern ist vorbei

Ostern liegt erst wenige Tage zurück – für viele war es ein Anlass zur Besinnung, für andere einfach ein langes Wochenende.
Wie sehr strukturieren christliche Feiertage unser Jahr? Und erleben Christen und Atheisten diese Tage unterschiedlich?

Das Kirchenjahr ist geprägt von einer festen Abfolge christlicher Feste: von Advent und Weihnachten über Karfreitag und Ostern bis hin zu Pfingsten und Erntedank. Besonders Ostern, das zentrale Fest der Christen, erinnert an die Auferstehung Jesu und steht für Hoffnung und Neuanfang – und markiert zugleich den Übergang vom Winter in den Frühling. Die Feiertage sind nicht nur religiöse Höhepunkte, sondern strukturieren den Alltag: Sie geben Anlass zu Pausen, Familienfesten und gesellschaftlichen Ritualen.
Diese wiederkehrenden Rhythmen verleihen dem Jahr einen Sinnzusammenhang, der weit über den religiösen Kontext hinausreicht. Der Wechsel von festlicher Erwartung (Advent), Freude (Weihnachten), Besinnung (Karwoche), Hoffnung (Ostern) und Aufbruch (Pfingsten) spiegelt sich im Lebensgefühl vieler Menschen wider – unabhängig vom persönlichen Glauben.


Für gläubige Christen sind diese Feiertage meist mit spiritueller Tiefe und religiösem Sinn gefüllt: Sie erinnern an zentrale Glaubensinhalte, bieten Raum für Gottesdienste, Gemeinschaft und Reflexion. Die Feste sind mehr als freie Tage – sie sind Stationen im Glaubensleben, die Trost, Hoffnung und Orientierung geben. Sie sind letztlich wichtig für die eigene Identität.

Konfessionslose und Atheisten erleben die Feiertage hingegen meist säkular: als Gelegenheit zur Erholung, für Familientreffen oder als Teil gesellschaftlicher Traditionen. Der religiöse Gehalt tritt in den Hintergrund, doch die Struktur bleibt – viele genießen die festen Pausen im Jahr, die Möglichkeit zur Auszeit und das Gefühl, Teil eines gemeinsamen kulturellen Rahmens zu sein. Die Feiertage bieten auch für sie Orientierung und Rhythmus, wenn auch ohne spirituelle Dimension.

Ob mit oder ohne Glauben: Christliche Feiertage prägen unser Jahr, geben ihm Struktur und – je nach Perspektive – auch Sinn. Sie stiften Gemeinschaft, unterbrechen den Alltag und einen uns – und das macht sie für unsere Gesellschaft so bedeutsam.

2025-04-17 Gründonnerstag

Was Führungskräfte vom Gründonnerstag lernen können!

Heute ist Gründonnerstag – ein Tag, der im christlichen Kalender eine besondere Bedeutung hat. Er erinnert an das letzte Abendmahl, das Jesus mit seinen Jüngern feierte. Es war ein Moment der Gemeinschaft, des Vertrauens und der tiefen Verbundenheit, aber auch ein Augenblick der Unsicherheit und bevorstehenden Herausforderungen. Die Jünger wussten, dass sich etwas Grundlegendes verändern würde, doch sie saßen gemeinsam an einem Tisch, teilten Brot und Wein und stärkten so ihre Gemeinschaft.

Das Abendmahl steht symbolisch für Zusammenhalt, Loyalität und das Bewusstsein, Teil von etwas Größerem zu sein. Diese Werte sind nicht nur religiös relevant, sondern auch hochaktuell für Führungskräfte in der heutigen Arbeitswelt. In Zeiten von Wandel, Unsicherheit und ständig neuen Herausforderungen sind Teams mehr denn je auf einen starken Zusammenhalt angewiesen. Doch wie gelingt es, dieses Gefühl der Gemeinsamkeit und Loyalität im beruflichen Kontext zu schaffen?

Wie beim Abendmahl braucht es Rituale, gemeinsame Werte und das ehrliche Interesse aneinander, um ein Wir-Gefühl zu entwickeln, das auch in schwierigen Zeiten trägt.
Dabei ist Loyalität keine Einbahnstraße. Sie entsteht, wenn Führungskräfte authentisch sind, Verantwortung übernehmen und ihren Mitarbeitenden Wertschätzung entgegenbringen.

Der Gründonnerstag lädt uns ein, innezuhalten und zu reflektieren: Wie gelingt es uns, in unseren Teams echte Gemeinschaft zu leben? Welche Rituale, Werte oder Begegnungen stärken unser Miteinander? Und wie können wir als Führungskräfte dazu beitragen, dass Loyalität und Zusammenhalt nicht nur Schlagworte bleiben, sondern gelebte Realität sind?

Wie begegnen Sie dieser Herausforderung in Ihrem Team? Wir freuen uns auf Ihre Gedanken und Erfahrungen in den Kommentaren!

2025-04-10 Passionszeit

Die Passionszeit war in den letzten beiden Wochen Thema auf unserer Seite. Im Zuge dessen haben wir immer mal das Gespräch gesucht mit Menschen, die uns mehr (oder auch weniger) nahestehen, und uns über diese für Christen besondere Zeit unterhalten.

Nur… viele Personen erwiderten unsere Fragen mit einem Achselzucken. Mit der Passionszeit können viele nichts mehr anfangen.
Woran kann das liegen?

In einer Welt, in der Individualität großgeschrieben wird, haben viele Menschen ein ambivalentes Verhältnis zur Kirche. Die Zeiten, in denen man einfach einer religiösen Gemeinschaft angehörte, scheinen vorbei zu sein – insbesondere in der erwerbstätigen Zeit nach der Jugend und vor dem Renteneintritt.
Viele Menschen suchen nach einem persönlichen Zugang zu ihrem Glauben – und das kann eine Herausforderung für die traditionellen kirchlichen Strukturen darstellen. Doch wie können wir es schaffen, Menschen in jeder Lebensphase dazu zu ermutigen, eine Beziehung zu Jesus und zur Kirche aufzubauen?

Stichwort Individualisierung. Wie passt das mit Kirche – einem Kollektiv in Reinform – zusammen?

1. Selbstbestimmung im Glauben
Wer Wert auf Selbstbestimmung legt, der möchte seinen Glauben nach seinen eigenen Vorstellungen leben und fühlt sich schnell von den starren Strukturen der Kirche eingeengt. „Ich glaube an Gott, aber ich brauche keine Kirche“, hört man häufig.

2. Spirituelle Suche ohne Institution
Anstatt sich an feste Rituale oder Gottesdienste zu halten, suchen viele nach persönlichen spirituellen Erfahrungen. Sie sind auf der Suche nach Sinn und Orientierung – oft unabhängig von institutionellen Vorgaben.

3. Gemeinschaft vs. Freiheit
Während Gemeinschaft ein zentraler Aspekt des Glaubens ist, empfinden viele Menschen sie auch als Einschränkung – gerade in der oft sehr anstrengenden Lebensphase zwischen Familie und Karriere. Die Herausforderung besteht darin, eine Balance zwischen individueller Freiheit und gemeinschaftlichem Glauben zu finden.

Im nächsten Post werden wir uns damit befassen, was die Kirche und letztlich auch jeder einzelne Christ dazu beitragen kann, damit Kirche und Glauben wieder schwellenloser wird.

Wir müssen – wir dürfen! – zurückfinden zu einer Glaubenspraxis, die nahbar und alltäglich ist und uns mühelos begleitet.