2025-01-09 Gute Vorsätze – aber SMART

Der eine belächelt sie nur müde, für den anderen sind sie fester Bestandteil eines jeden Jahreswechsels: die guten Vorsätze. Ob es sich um die Verbesserung der Fitness, das Erlernen einer neuen Sprache oder die berufliche Weiterentwicklung handelt – viele Menschen nehmen sich vor, ihr Leben zu verändern. Doch wie oft bleiben diese Vorhaben unvollendet oder werden nach wenigen Wochen wieder aufgegeben?

Ein Grund für das Scheitern von guten Vorsätzen liegt oft in der fehlenden Realisierbarkeit. Zu ambitionierte Ziele, die über einen kurzen Zeitraum hinweg nicht zu erreichen sind, führen schnell zu Frustration. Zieldefinition und -formulierung gehören zu den wichtigsten Bausteinen, wenn es darum geht, eine Veränderung herbei zu führen.

Die bekannte SMART-Methode (spezifisch, messbar, attraktiv, realisierbar, terminiert) kann hierbei als hilfreiches Werkzeug dienen.

💡Spezifisch:
Viele Vorsätze lauten zum Beispiel: „Ich möchte fitter werden.“
Ein spezifisches (und damit viel wahrscheinlicher erfüllbares) Ziel ist so formuliert: „Ich möchte dreimal pro Woche ins Fitnessstudio gehen.“

💡Messbar:
Messbar ist dieses Ziel auch direkt, weil wir die drei Trainingseinheiten im Terminkalender eintragen und damit monatlich überprüfen können, ob wir noch gut dabei sind.

💡Attraktiv:
Ein attraktives Ziel ist eines, das uns motiviert, es zu erreichen. Wenn ich nur fitter werden möchte, weil mein Arzt meint, dass das für meinen Blutdruck gut wäre, ist das viel weniger attraktiv als wenn ich mir von mehr Fitness direkte Auswirkungen auf mein Leben erhoffe. Wenn mir klar ist, dass mein fitteres Ich Ende 2025 locker drei Stunden wandern gehen oder mit den Kindern (ohne ständige Verschnaufpausen) im Garten toben kann, dann zieht das mehr.

💡Realisierbar:
Und das bringt uns auch direkt zum nächsten Punkt: War ich bisher ein Bewegungsmuffel und kämpfe mit 20 kg Übergewicht, dann ist der Boston Marathon im nächsten Jahr evtl. ein zu hoch gestecktes Ziel. Realisierbare Ziele machen Spaß und motivieren zum Dranbleiben.

💡Terminiert:
Zu guter Letzt: Ein gut formuliertes Ziel ist terminiert. Ein klarer Zeitrahmen hilft, den Fortschritt zu überwachen, den Fokus zu behalten und motiviert zu bleiben. Kleine Schritte mit kurzen Terminen.

Und immer im Kopf behalten: Die Umsetzung von guten Vorsätzen ist kein einmaliges Event, sondern ein kontinuierlicher Prozess. Rückschläge gehören dazu, aber sie sollten nicht entmutigen. Vielmehr können sie als Lernchancen betrachtet werden, um sich selbst besser zu verstehen und die eigenen Ziele gegebenenfalls neu zu formulieren. Dann ist dieser 1. Januar auch gar nicht mehr so wichtig. Veränderung findet ständig statt! Was wir wirklich ändern wollen (!), das muss nicht bis Silvester warten.

Habt ihr Vorsätze?
Wie geht ihr generell mit selbstgesteckten Zielen um – formuliert ihr sie sauber aus oder schweben sie eher im Hintergrund mit?

2025-01-02 Ein gesegnetes Neues Jahr

„Prüft alles und behaltet das Gute!“, 1. Thessalonicher 5,21

Liebe Freunde und Geschäftspartner,
ein Freund schickte mir zum neuen Jahr eine Sammlung von Sprüchen aus Persien.
Dazu muss man wissen: Ich sammle Sprichworte. Wenn sie mir gefallen, behalte ich diese.
Dieses Jahr hat mir besonders folgender Spruch gefallen (der im Übrigen auch zu einigen unserer Postes dieses Jahr passt):
„Höflichkeit ist ein Wert, der nicht nur den Empfänger, sondern auch den Spender bereichert.“

Beim Lesen dieser Sprüche ist mir der Altjahresabendgottesdienst in den Sinn gekommen, aus dem ein Gedanke hängengeblieben ist, der mich nicht mehr loslassen will.
Da ging es auch um zwei Sprüche, nun nicht ganz aus Persien, aber aus einem Land, das wir heute Palästina nennen.
Und rund 2000 Jahre alt.

Wir haben letztes Jahr die Jahreslosung gehabt:
„Alles was Ihr tut, geschehe in Liebe“, 1. Korinther 16,14
– das hat sich in dieses Jahr in
„Prüft alles und behaltet das Gute!“, 1. Thessalonicher 5,21
geändert.

Wenn wir uns das im Lichte der Themen, die vor uns stehen, anschauen, dann kann ich mich da nur aus ganzem Herzen anschließen.
Warum?
Ein Beispiel gefällig?
Wie lieblos sind wir im letzten Jahr mit der Ampel und anderen Politikern umgegangen?! Da kommt es gerade recht, dass wir uns für die Wahl alles ganz genau anschauen und das Gute davon behalten!

Da sage noch jemand, das Wort Gottes hätte uns heute nichts mehr zu sagen.
So wünsche ich uns allen ein gesegnetes neues Jahr 2025, in dem wir uns die guten Dinge herauspicken und behalten.
Martin Souchon
mit dem SMC Team

2024-12-26 Danke für ein gutes Miteinander 2024

Und zack – ist das Weihnachtsfest schon wieder vorbei. Die Weihnachtszeit an sich geht noch ein paar Tage und endet am 6. Januar mit dem Dreikönigstag. Ein guter Zeitpunkt also, um jetzt einmal kurz innezuhalten und zu reflektieren.

Wir haben in den letzten Wochen viel darüber geschrieben, wie wir „unser Weihnachten“ gestalten können. Wir haben uns damit auseinander gesetzt, welche Rolle Erwartungen spielen und euch ein paar ganz handfeste Tipps gegeben, wie ihr Familienärger und Stress proaktiv vermeiden könnt. Außerdem haben wir euch dazu angeregt, einmal darüber nachzudenken, wie ihr euch Weihnachten eigentlich wünscht. Was euch wirklich wichtig ist.

Wer sich den letzten Absatz nochmal durchliest und dabei an das kommende Jahr denkt, merkt vielleicht, dass uns diese Gedanken nicht nur an Weihnachten, sondern überall im Leben dienlich sein können. Die Adventszeit kann wunderbar beispielhaft für unser ganzes Leben stehen. Erwartungen, Vorfreude, aktives Gestalten, Stressreduktion – das sind doch Themen, die wir kennen!

Die Zeit „zwischen den Jahren“ – ein magischer Ausdruck, wie ich finde – eignet sich perfekt dafür, uns ein paar dieser grundsätzlichen Fragen zu stellen.

Lasst uns ganz konkret beginnen:
– Wie hast du die letzten drei Tage verbracht?
– Wie ging es dir?
– Wie bist du mit deinen eigenen Erwartungen an Weihnachten umgegangen?
– Möchtest du nächstes Weihnachten etwas anders machen?

Und im nächsten Schritt vielleicht (das kann jeder für sich anpassen):
– Wie hast du dieses Jahr verbracht?
– Wie ging es dir?
– Welche Rolle haben deine Erwartungen gespielt? Wurden sie erreicht? Wann ja, wann nein? Wurden sie in einem bestimmten Bereich sogar übertroffen?
– Möchtest du nächstes Jahr etwas anders machen? Was und wer kann dir dabei helfen?


Wir bedanken uns in diesem Sinne bei allen Leserinnen und Lesern. Wir blicken auf ein politisch und gesellschaftlich unruhiges und für viele Menschen hartes Jahr zurück.
Schön, dass ihr euch trotzdem die Zeit genommen habt, hier hin und wieder mitzulesen bzw. zu kommentieren.

Auf ein gutes neues Jahr.

2024-12-19 Familienzoff unterm Weihnachtsbaum

Ab einem bestimmten Alter hat fast jeder eine Geschichte zum Thema „gecrashtes Weihnachten“ zu erzählen. Die Weihnachtsfeiertage scheinen fast prädestiniert für Stress mit der Verwandtschaft.
Viele Menschen haben eine idealisierte Vorstellung davon, wie die Feiertage aussehen sollten: Harmonische Familientreffen, festliches Essen und beschenkte Kinderaugen – davon haben wir in den letzten Posts schon gesprochen. Diese Erwartungen können enormen Druck erzeugen. Wenn die Realität nicht mit diesen Vorstellungen übereinstimmt, entstehen Enttäuschungen, die leicht in Streitigkeiten umschlagen können.

😈Typische Konfliktauslöser sind:

1. Familienkonstellationen: Unterschiedliche Familienstrukturen und -traditionen können zu Missverständnissen führen. Es gibt oft unterschiedliche Auffassungen zu Feiertagsbräuchen und -ritualen, die Konflikte hervorrufen können.

2. Finanzielle Belastungen: Die finanziellen Aspekte der Geschenke, das Festessen und die Dekoration können zusätzlichen Stress erzeugen. Wenn die finanzielle Situation angespannt ist, kann das leicht zu Streitigkeiten führen.

3. Emotionale Belastungen: Weihnachten kann für viele auch eine einsame Zeit sein, besonders für Menschen, die kürzlich einen geliebten Menschen verloren haben. Diese Traurigkeit kann sich in Reizbarkeit und Konflikten äußern. Außerdem ist Weihnachten eine intensive Zeit. Oft ruht die Arbeit und wir haben Zeit, uns mit uns selbst und unserer Familie zu beschäftigen. Das kann alten Konflikten Raum verschaffen, die sich dann sprichwörtlich unter dem Weihnachtsbaum entladen.

❤️Um die Feiertage harmonischer zu gestalten, helfen folgende Strategien:

1. Realistische Erwartungen setzen: Anstatt dich von idealisierten Bildern leiten zu lassen, mach dir bewusst, dass Weihnachten nicht perfekt sein muss. Flexibilität und Anpassungsfähigkeit sind entscheidend.

2. Offene Kommunikation: Sprich im Voraus über Pläne, Erwartungen und Bedenken. Kläre, was dir wichtig ist, und höre zu, was andere zu sagen haben.

3. Gemeinsame Rituale aufbauen: Findet traditionsübergreifende Rituale, die für alle Familienmitglieder angenehm sind. Dies schafft eine gemeinsame Basis und führt dazu, dass sich jeder integriert fühlt.

4. Stressmanagement: Nimm dir Zeit für sich selbst. Tu immer wieder zwischendrin Dinge, die dir gut tun und durch die du auftanken kannst.

5. Grenzen setzen: Wenn es bestimmte Themen gibt, die in der Familie immer wieder zu Konflikten führen, setze Grenzen. Es spricht auch nichts dagegen, bestimmte Themen für die Feiertage mit einem kleinen Augenzwinkern ruhen zu lassen.


🎄Die Weihnachtszeit muss keine Zeit voller Konflikte und Streitigkeiten sein. Indem wir unsere Erwartungen realistisch anpassen, offen kommunizieren und bei Bedarf wertschätzend Grenzen ziehen, können wir die Feiertage als das verbringen, was sie sein sollten: eine Zeit der Liebe, des Miteinanders und der Freude.

2024-12-12 Schenk doch mal Anders!

In den Tagen nach Weihnachten wird in den Kaufhäusern überproportional viel umgetauscht. Man schenkt, was das Zeug hält – doch nicht immer macht es den Beschenkten so glücklich, wie man es sich und ihm wünscht. Abgesehen davon kostet das ganze Geschenkezinnober auch noch einen Haufen Geld und macht Müll. Wir haben euch ein paar Impulse zusammengestellt, wie ihr mal ganz anders schenken könnt. Persönlich, nachhaltig und meist auch noch kostengünstig.

🎁1. Der Klassiker: Wichtelt doch mal!
Mittlerweile ist es in vielen Familien Tradition: Statt dass jeder jedem etwas schenkt, wird ausgelost, wer wen beschenkt. So schenkt jede Person nur ein Geschenk und bekommt auch nur von einer Person etwas geschenkt. Spaß macht vor allem, nach dem Auspacken zu raten, wer der eigene Wichtel war. 😊 Wichteln eignet sich vor allem für etwas größere Gruppen ab ca. 6 Personen ohne jüngere Kinder.

💌2. Schenke persönlich.
Ein handgeschriebener Brief oder ein Gedicht, in dem du der beschenkten Person Wertschätzung entgegenbringst, ist ein Geschenk, das für immer aufbewahrt wird. Ein Fotoalbum oder Scrapbook mit vielen gemeinsamen Erinnerungen könnt ihr immer wieder gemeinsam ansehen und in den guten alten Zeiten schwelgen.

🚙3. Schenke Zeit statt Dinge.
Fahre mit deinen Patenkindern in ein tolles Schwimmbad. Mache eine Wanderung mit deiner Schwester und organisiere ein Picknick. Macht einen Tagesausflug in eine größere Stadt und geht in ein spannendes Museum. Diese Dinge lassen sich gut als Gutscheine schenken, die du mit Liebe gestalten kannst.

🧑‍🍳4. Kannst du etwas besonders gut?
Wenn du gut kochen kannst, lade deine Freunde zu einem gemütlichen gemeinsamen Kochen ein. Bist du handwerklich begabt, dann biete deine Hilfe an, wenn jemand umzieht oder schreinere ein tolles Regal. Wenn du gerne malst, male ein Bild, das eine Bedeutung für dich hat.

❤️5. Tut etwas Gutes!
Vielleicht möchtet ihr einfach gemeinsam Raclette essen und euch gar nichts schenken. Arbeitet eine/r von euch ehrenamtlich bei einer lokalen Einrichtung, die sich für Menschen in Not einsetzt? Vielleicht habt ihr Lust, gemeinsam einen Betrag dorthin zu spenden oder ein paar Zeitstunden dort zu verbringen – einen Jugendraum ausbauen, eine Scheune zu renovieren, einen Kleiderverkauf zu betreuen? Das ist die wohl christlichste Art zu schenken.

Was schenkt ihr gerne und über was würdet ihr euch freuen?
Habt ihr weitere Anregungen, wie man weniger materiell schenken kann?
Schreibt es gerne in die Kommentare.

2024-12-05 Bring Deine Augen wieder zum Leuchten

🎁„Weihnachten war letztes Jahr einfach perfekt!“ schwärmt mir mein Zehnjähriger vor. „So tolle Geschenke, so viel Besuch, es war die ganze Zeit etwas los und es war nie langweilig!“
🍪„Am besten war das Backen,“ meint die Siebenjährige. „Fünf Sorten Plätzchen haben wir zu Hause gebacken und nochmal drei Sorten bei Oma!! Dieses Jahr will ich mindestens 20 verschiedene Sorten haben!“
🎅„Ich habe den Weihnachtsmann gesehen,“ behauptet felsenfest der Dreijährige. „Den echten! Und dieses Jahr darf ich mit ihm zusammen die Geschenke verteilen. Hat er gesagt. Ehrlich wahr.“

Sechs Augen funkeln mich an. Nur noch wenige Tage bis Weihnachten. Die Vorfreude ist riesig und wie jedes Jahr werde ich fast ein bisschen betreten, weil ich so viel weniger davon spüre.

Ich erinnere mich an Weihnachten als Kind. Es war gigantisch. Der Baum war riesig, bestimmt größer als das ganze Haus! Es gab Geschenke, mehr als ich zählen konnte (wenn ich meine Eltern frage, waren es gar nicht so furchtbar viele). Die Weihnachtszeit war magisch und besonders und einfach wundervoll.

Eltern können sich zuweilen mitreißen lassen. Leuchtende Kinderaugen sind ansteckender als es Covid jemals war – man kann sich kaum verwehren. Aber was tun, wenn man nicht (mehr) mit Kindern zusammenlebt?
Nun, wir alle haben ein Kind in uns. Das Kind, das wir einmal waren, das ist da noch. Und wir dürfen ihm getrost hin und wieder das Ruder übergeben und hinschauen, worauf es uns aufmerksam macht.

🍪Triff Dich mit Freunden, und backt zusammen Plätzchen!
🫏Die Krippe auf dem Weihnachtsmarkt hat einen Streichelzoo? Kauf Futter und gib den Ziegen etwas. Auch wenn du 70 bist.
🎁Der Lego-Adventskalender sieht super gut aus? Heute kannst du ihn dir einfach kaufen, tu es!
🎄Das Plastiklametta am Weihnachtsbaum im Supermarkt glitzert so schön? Schau es an. Mach ein Foto. Fühle mal, wie sich das Lametta zwischen deinen Fingern anfühlt. (Vorteil: Als Erwachsener kommt da keine nervige Stimme aus dem Hintergrund, die dir erklärt, dass man das nicht anfassen darf.)
🍪Die Bäckerei verkauft Tüten mit Weihnachtsplätzchen? Kauf dir eine und iss die ganze Tüte noch im Auto leer, wenn du Lust darauf hast!
🎄Schmücke deinen Christbaum so, wie du ihn liebst. Rotgold wie jedes Jahr, wenn du möchtest. Oder knallbunt. Warum? Ganz einfach: Weil du es kannst.

Mach dir ein Weihnachten, das du liebst. Mach dir DEIN Weihnachten.

2024-11-28 Was ist uns die Weihnachtszeit wert?

In drei Tagen ist der erste Advent. Du sitzt im Auto, im Radio kommt Last Christmas. Freudig drehst du lauter und trommelst mit den Fingern den Rhythmus am Lenkrad mit. Die Kinder wollen heute Abend noch mit dir backen, deshalb fährst du nach der Arbeit noch zum Supermarkt und holst bunte Zuckerstreusel. Und die Adventskalender bestückst du dann auch noch, wenn die Kids später im Bett sind. Mitte Dezember ist die Weihnachtsfeier im Geschäft, dafür willst du morgen einen Tisch reservieren. Auf die Feier freust du dich natürlich schon seit Wochen, fast noch mehr als auf den 5-Euro-Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt. Und dann erst das Geschenkeshoppen in überfüllten Einkaufszentren!

Klingt abwegig? Ist Absicht.

Die meisten Menschen in christlich geprägten Kulturen würden durchaus von sich sagen, dass sie die Weihnachtszeit mögen. Es hat schon was Gemütliches, sich bei Mistwetter zu Hause einzukuscheln, zu backen, mit Freunden zu kochen, Weihnachtsfeiern zu besuchen.
Die organisatorische Kehrseite gibt es allerdings auch.

Weihnachten ist seit vielen Jahrzehnten ein Fest des Konsums, die Adventszeit ist voller Termine – kurz: Weihnachten ist oft stressig. Der Weihnachtsurlaub ist für viele Menschen bitter nötig, um sich davon ein bisschen zu erholen. Ist das im Sinne des Erfinders? Sicherlich nicht. Wir wissen das und wir sprechen seit Jahren über minimalistisches Weihnachten – weniger Geschenke, weniger Druck, mehr Zeit für unsere Lieben, mehr Besinnlichkeit.

Wir haben uns in den letzten beiden Posts damit befasst, dass wir identifizieren sollten, was uns wichtig ist. Was uns WERTVOLL ist. Dazu gehört auch, einmal ganz nüchtern Kosten und Nutzen gegeneinander abzuwägen, gerne am Beispiel der kommenden Adventszeit! Backen mit Kindern macht Spaß, ja. Und wenn man das anschließende Aufräumen und das Aufwischen einer Million heruntergefallender Zuckerstreusel mit einem Lächeln auf den Lippen macht, ist alles wunderbar. Wenn man aber feststellen sollte, dass man im Grunde nur aus Routine oder irgendwelchen Glaubenssätzen heraus einer Weihnachtstradition folgt, die einen gar nicht so glücklich macht, dann gibt es eine ganz ausgezeichnete Alternative:
Gekaufte Weihnachtsplätzchen. Die dritte Weihnachtsfeier sausen lassen. Last Christmas ausschalten und stattdessen übertrieben laut ACDCs „Highway to hell“ hören.

Weihnachten ist ein Fest für uns Menschen. Und so dürfen wir es auch feiern. Menschlich, authentisch und exakt so, dass WIR uns wohl damit fühlen.

Was ist euch wichtig in der Weihnachtszeit? Was macht euch glücklich, worauf würdet ihr nicht verzichten wollen?

2024-11-21 Was ist wichtig?

Ein neuer Fernseher.
Zwei Wochen Urlaub mit der Familie.
Der Porsche.
Weihnachtsbacken.
Ein Waldspaziergang.
Ein guter Tropfen Wein.

Ich habe hier Dinge aufgelistet, die viele Menschen mögen und die vielen Menschen wichtig sind. Vielleicht überkommt dich ein wohliges Gefühl bei einem dieser Punkte, während andere dich relativ kalt lassen oder du sie sogar mit Befremden gelesen hast.
Manche Dinge haben einen Wert für dich, sind wertvoll. Andere nicht.

Aber woher weißt du eigentlich, was wertvoll für dich ist? Wie entscheidest du, wofür du Geld ausgibst oder welchen Dingen du kostbare Zeit widmest?

Fragen kannst du niemanden, denn:
Niemand außer dir selbst kann darüber urteilen, ob das, was dir wichtig ist, wertvoll ist. Was für dich einen Wert hat, ist letztlich also frei von Bewertung von außen. Nur du selbst hast die Verantwortung, deinen Dingen einen Wert zuzuschreiben. Das passiert oft ganz automatisch. Manchmal aber glauben wir auch nur, dass uns Dinge wertvoll sind. Sei es aus Routine oder weil wir eben doch Fremdbewertungen mehr trauen als uns selbst.

Genau das macht es so sinnvoll, ab und an innezuhalten und abzugleichen, ob ich hier noch „auf Kurs“ bin.
Welches Bedürfnis erfülle ich mir mit einer Sache? Hat das, wofür ich Zeit oder Geld einsetze, einen Wert für mich? Gibt es Dinge, die mir eigentlich wichtiger sind?

Die Antworten auf diese Fragen sind wertvolle Wegweiser, denen ich vertrauen sollte.

2024-11-14 Zeit ist Geld

Wocheneinkauf für die Familie, 220€.
Geburtstagsgeschenk für die Freundin, 20 €.
Hundefutter, 60€.
Ein paar Chrysanthemen für den Balkon, 40€.
Eine neue Regenjacke für den Kleinen online bestellt, 30€.

Wir verdienen Geld und wir geben Geld aus. Viele Menschen beklagen sich über gestiegene Preise. Urlaub, Benzin, Mietpreise, Lebensmittel – das alles ist teuer geworden. Gestiegene Preise erhöhen den Wert unserer Zeit, denn Zeit ist Geld, weiß man ja.

Wir können natürlich versuchen, immer effizienter unsere Jobs zu machen, unseren Haushalt teilweise von Saugrobotern übernehmen zu lassen, Termine zusammenzulegen, um Zeit zu sparen. Die gewonnene Zeit können wir nutzen, um mehr Geld zu verdienen und damit unsere Rechnungen zu bezahlen und unseren Standard halten zu können. Es lebe das Bruttoinlandsprodukt.

Oder wir denken andersherum: Wir kaufen uns Zeit. Wir leisten uns eine Haushaltshilfe, wir lassen uns Samstagmittag das Essen liefern, wir bezahlen einen Babysitter und gewinnen dadurch Zeit, die wir für all das nutzen können, womit sich eben KEIN Geld verdienen lässt.
Ein Ausflug. Ein gutes Buch. Ein heißes Bad. Ein Herbstspaziergang mit der Familie. Ein Kaffee mit dem Nachbarn.

Dafür müssen wir an irgendeiner Stelle verzichten, ja. Aber glückliche Momente zu erleben hat ein unglaubliches Potenzial. Und vielleicht merken wir sehr schnell, dass mehr Zeit uns viel mehr wert ist als wir gedacht hätten.

Tauscht ihr manchmal bewusst Geld gegen Zeit ein?

2024-11-07 Es geht nicht weil

Eine Haushaltshilfe engagieren?
Das geht nicht, weil ich sowieso niemanden finde, der das genauso gut macht wie ich.

Regional und saisonal einkaufen?
Das geht nicht, weil das viel zu teuer ist!

Weniger arbeiten?
Das geht nicht, weil das sonst nicht klappt mit dem nächsten Karriereschritt.

Den Rasen einfach erst nächste Woche mähen?
Das geht nicht – weil … ja was sollen denn die Nachbarn denken??

Die Stelle mit zwei Teilzeitkräften besetzen?
Das geht nicht, weil das immer eine Stelle für eine Vollzeitkraft war!

Einmal pro Woche mit meinem Partner ausgehen?
Das geht nicht, weil wir sowieso keinen Babysitter finden.

Das Geschenk für die Schwiegermutter vom Partner aussuchen lassen?
Das geht nicht, weil der das sowieso falsch macht.

Den Elternabend sausen lassen, nur weil man krank ist?
Das geht nicht, weil die Lehrkräfte sonst denken, wir seien eine asoziale und desinteressierte Familie.

Die Weihnachtskarten dieses Jahr einfach weglassen?
Das geht nicht, weil mein Umsatz 2025 sonst hundertprozentig einbricht.

Ganz schön viel geht nicht. Aber für ganz schön viele „Geht-nicht“s lassen sich „Geht-ja-doch“s finden, wenn wir einen Moment lang weiterdenken. Ein bisschen Lösungsorientierung zulassen. Und kurz hinterfragen, was unser tatsächliches Problem ist.
Drehen wir die Aussage also einfach mal um, wenn uns eins der Dinge da oben wichtig ist.
Es geht nicht weil…. – dreht sich dann um in – Was muss ich tun damit…
Probiert es aus!