2025-02-21 Nachhaltigkeit

Nur ein Tropfen auf den heißen Stein?

Nachhaltigkeit ist eines der großen Themen unserer Zeit. Viele von uns fragen sich: Was kann ich persönlich beitragen, ohne dass es zu viel Zeit, Geld oder Kraft kostet? Und wie gehe ich mit dem Gefühl um, dass meine Bemühungen nur ein Tropfen auf den heißen Stein sind?

Die gute Nachricht: Jeder Beitrag zählt – und oft sind es die kleinen, alltäglichen Entscheidungen, die eine große Wirkung entfalten können. Hier sind einige konkrete Ansätze, wie du nachhaltig handeln kannst, ohne dich zu überfordern.

1️⃣Kleine Schritte mit großer Wirkung
Du musst nicht dein gesamtes Leben umkrempeln, um nachhaltiger zu leben. Starte mit für dich einfachen Maßnahmen, wie z.B.:
🌱Bewusster Konsum: Kaufe nur das, was du wirklich brauchst. Weniger Konsum bedeutet weniger Ressourcenverbrauch. Unterstütze nachhaltige Produzenten/Herkunftsländer.
🌱Plastik vermeiden: Wiederverwendbare Trinkflaschen, Stoffbeutel und plastikfreie Alternativen können Plastikmüll drastisch reduzieren.
🌱Lebensmittelverschwendung minimieren: Plane deine Mahlzeiten, lagere Lebensmittel richtig und verwende Reste kreativ.
🌱Energie sparen: Schalte Geräte komplett aus (statt Standby), nutze LED-Lampen und senke die Raumtemperatur um ein Grad – das spart Energie und Geld.

2️⃣Wo kannst du besonders wirksam sein?
Nicht jede Maßnahme hat die gleiche Hebelwirkung. Wo kannst du für dich den größten Unterschied machen? Beispiele sind:
🌱Mobilität: Auf öffentliche Verkehrsmittel, Fahrrad oder Carsharing umsteigen. Flugreisen reduzieren oder kompensieren.
🌱Ernährung: Weniger Fleisch und tierische Produkte konsumieren. Eine pflanzenbasierte Ernährung hat einen enormen Einfluss auf den CO₂-Ausstoß.
🌱Investitionen und Finanzen: Prüfe, ob dein Geld nachhaltig angelegt ist (z. B. in Fonds mit ESG-Kriterien) oder ob deine Bank nachhaltige Projekte unterstützt.

3️⃣Die Grenzen des Einzelnen akzeptieren
Es ist wichtig zu verstehen: Du allein kannst nicht die Welt retten – und das musst du auch nicht. Nachhaltigkeit ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Dein Beitrag wird von anderen wahrgenommen und setzt ein Zeichen. Aber es gibt Bereiche, in denen Politik und Wirtschaft gefragt sind. Setze dich für systemische Veränderungen ein, z. B. durch Petitionen oder Gespräche in deinem Umfeld.

4️⃣Umgang mit dem „Tropfen auf den heißen Stein“-Gefühl:
🌱Kumulativer Effekt: Jeder Tropfen zählt! Millionen kleine Beiträge summieren sich zu großen Veränderungen.
🌱Vorbild sein: Dein Handeln inspiriert andere
🌱Fokus auf das Positive: Konzentriere dich darauf, was du bereits erreicht hast, anstatt dich von dem überwältigenden „großen Ganzen“ entmutigen zu lassen.

Also: Nachhaltigkeit muss weder teuer noch zeitaufwendig oder unkomfortabel sein – sie beginnt bei dir selbst und deinen Entscheidungen im Alltag. Wichtig ist, dass du dir bewusst machst: Deine Bemühungen sind wertvoll und ein Teil des größeren Ganzen. Gemeinsam können wir viel erreichen.
Fang klein an, bleib dran und inspiriere andere! 🌱🌱🌱

2025-01-30 Erfolg-Motivation-Disziplin

In der Welt der beruflichen und auch persönlichen Entwicklung hören wir oft von der Bedeutung der Motivation oder der Notwendigkeit von Disziplin. Doch selten wird darüber gesprochen, wie diese beiden Kräfte zusammenwirken und sich gegenseitig verstärken. Lassen Sie uns einen tieferen Blick auf diesen Zusammenhang werfen.

⚡️Der Funke der Motivation
Motivation ist der Funke, der uns in Bewegung setzt. Sie ist die innere Kraft, die uns dazu bringt, neue Projekte anzugehen, Ziele zu setzen und Träume zu verfolgen. Ohne diesen initialen Impuls würden viele großartige Ideen nie das Licht der Welt erblicken. Doch wie oft haben wir erlebt, dass die anfängliche Begeisterung nachlässt? Hier kommt die Disziplin ins Spiel.

💪Die Kraft der Disziplin
Disziplin ist das Rückgrat unseres Handelns. Sie definiert die Fähigkeit, auch dann weiterzumachen, wenn die erste Euphorie verflogen ist. Disziplin befähigt uns dazu, täglich kleine Schritte zu machen, auch wenn wir gerade keine Lust haben oder Zweifel aufkommen.

🔄Der Kreislauf des Erfolgs
Hier offenbart sich der wahre Zusammenhang: Motivation bringt uns zum Start, Disziplin hält uns auf Kurs. Und dann geschieht etwas Bemerkenswertes: Durch die konsequente Arbeit, die aus der Disziplin erwächst, stellen sich erste Erfolge ein. Diese Erfolge, seien sie noch so klein, nähren wiederum unsere Motivation. Es entsteht ein sich selbst verstärkender Kreislauf:

1️⃣Motivation initiiert das Handeln
2️⃣Disziplin hält das Handeln aufrecht
3️⃣Erfolge entstehen durch konsequentes Handeln
4️⃣Diese Erfolge befeuern wiederum unsere Motivation

Verstehen wir diesen Zusammenhang, eröffnen sich neue Perspektiven auf unseren Weg zum Erfolg. Es geht nicht darum, ständig hochmotiviert zu sein oder sich durch eiserne Disziplin zu quälen. Vielmehr geht es um das Bewusstsein für diesen dynamischen Prozess. Indem wir lernen, beide Kräfte zu nutzen und zu pflegen, schaffen wir die Grundlage für Erfolg und persönliches Wachstum.


🤍 Welche Erfahrungen habt ihr mit Motivation und Disziplin gemacht? Wann fällt es euch leicht, euch zu disziplinieren, und wann fällt es euch schwerer?

2024-11-07 Es geht nicht weil

Eine Haushaltshilfe engagieren?
Das geht nicht, weil ich sowieso niemanden finde, der das genauso gut macht wie ich.

Regional und saisonal einkaufen?
Das geht nicht, weil das viel zu teuer ist!

Weniger arbeiten?
Das geht nicht, weil das sonst nicht klappt mit dem nächsten Karriereschritt.

Den Rasen einfach erst nächste Woche mähen?
Das geht nicht – weil … ja was sollen denn die Nachbarn denken??

Die Stelle mit zwei Teilzeitkräften besetzen?
Das geht nicht, weil das immer eine Stelle für eine Vollzeitkraft war!

Einmal pro Woche mit meinem Partner ausgehen?
Das geht nicht, weil wir sowieso keinen Babysitter finden.

Das Geschenk für die Schwiegermutter vom Partner aussuchen lassen?
Das geht nicht, weil der das sowieso falsch macht.

Den Elternabend sausen lassen, nur weil man krank ist?
Das geht nicht, weil die Lehrkräfte sonst denken, wir seien eine asoziale und desinteressierte Familie.

Die Weihnachtskarten dieses Jahr einfach weglassen?
Das geht nicht, weil mein Umsatz 2025 sonst hundertprozentig einbricht.

Ganz schön viel geht nicht. Aber für ganz schön viele „Geht-nicht“s lassen sich „Geht-ja-doch“s finden, wenn wir einen Moment lang weiterdenken. Ein bisschen Lösungsorientierung zulassen. Und kurz hinterfragen, was unser tatsächliches Problem ist.
Drehen wir die Aussage also einfach mal um, wenn uns eins der Dinge da oben wichtig ist.
Es geht nicht weil…. – dreht sich dann um in – Was muss ich tun damit…
Probiert es aus!

2024-10-03 Interview 4 – Stabilität

Hans-Martin Souchon über die Notwendigkeit, bei aller Reflexion eine stabile Meinung zu vertreten. Denn Stabilität schafft Vertrauen.


BB: Wie komme ich als Führungskraft zu einer stabilen Meinung?

HMS: Man kommt zu einer stabilen Meinung, wenn man sich darüber bewusst wird, was mit dem eigenen Team passiert, wenn man sie NICHT hat. Ohne eine stabile Position von mir ist mein Team unsicher, es schwimmt. Ja, ich kann auch Zweifel haben. Das kann ich auch sagen: „Dazu habe ich noch keine Meinung, da brauche ich mehr Informationen.“ Alles ist besser, als ständig etwas anderes zu sagen wie ein Fähnlein im Winde.
Gerade jungen Führungskräften möchte ich den folgenden Grundsatz mitgeben: „Wer fragt, der führt.“ Wenn ich mir unsicher bin, dann frage ich, wie jemand anders zu seiner propagierten Meinung gekommen ist. Ich muss nachvollziehen können, wie sich andere Positionen entwickelt haben, um in meiner eigenen Meinung stabil zu werden und mich positionieren zu können. Nur so kann ich mich wappnen und dafür sorgen, dass ich mich nicht ständig verunsichern lassen muss. Durch tiefes Verständnis.

BB: Wann beginnt man normalerweise, seine Meinung zu überdenken?

HMS: Mir passiert das dann, wenn ich neue Informationen oder Erkenntnisse bekomme, die ich zuvor nicht gehabt habe. Zum Beispiel technologische Veränderungen, die haben meine Meinung zur E-Mobilität verändert. Diese Meinungsänderung hat dazu geführt, dass ich mir ein Elektroauto gekauft habe.

BB : Was geschieht, wenn man seine Meinung ständig ändert?

HMS: Das Vertrauen geht flöten. Mein Team wird sich fragen, wie es um meine Ehrlichkeit bestellt ist. Prozesse werden außerdem verlangsamt. Alle fragen sich ständig: „Bleibt der überhaupt dabei? Erstmal abwarten.“ Ich bin keine Leitfigur mehr. Ich mache mich selbst führungsunfähig.

BB: Wie kann ich als Mitarbeiter damit umgehen, wenn meine Führungskraft ständig ihre Meinung ändert?

HMS: Ich empfehle: Permanent fragen. „Das verstehe ich nicht. Weshalb soll ich das tun? Bitte erklär mir nochmal die Hintergründe.“ Fragen, fragen, fragen. Mit der Zielsetzung, mich selbst optimal einzubringen. Das muss rüberkommen.


Was sind eure Gedanken dazu? Hattet ihr mal eine Führungskraft, die ständig ihre Meinung geändert hat?

2024-09-05 Wertschöpfung

Sommerzeit ist Urlaubszeit! Das gilt auch für mich – deshalb habe ich vor einigen Wochen einen neuen Reisepass beantragt. Eigentlich kein großes Ding, sollte man meinen. Faktisch habe ich mit meinem Antrag einen Prozess ausgelöst, der es in sich hatte. Dass ich zwischendurch ein aktuelleres Passbild beim Fotografen machen sollte (meines war schließlich schon deutlich älter als vier Wochen), welches dieser dann ausdruckte und die Verwaltungsfachangestellte im Bürgerbüro wieder einscannte, ist nur eine der vielen Kuriositäten in meiner Odyssee zum neuen Reisepass.

Wertschöpfung ist alles das, wofür mein Kunde bereit ist, zu zahlen. Unternehmen wissen das. Sie können einpacken, wenn sie diesem Kerngedanken nicht Rechnung tragen. Wenn ich als Kunde einen neuen Staubsauger kaufen möchte, mit dem Preis-Leistungsverhältnis und dem Kundenservice meines letzten Gerätes aber unzufrieden war – nun, dann kaufe ich mir heute ein Gerät einer anderen Marke.

Für Verwaltungen hingegen scheint die Kundenorientierung, durch die Firmen ihre Existenz sicherstellen, nicht zu gelten – was ein Trugschluss ist. Auch Verwaltungen haben ein Produkt. Und wir Bürger zahlen für dieses Produkt mit unseren Steuern. Wenn die Mehrheit der Dinge, die mit meinen Steuergeldern bezahlt werden, nicht meinen Wünschen und Bedürfnissen entspricht, wird es schwierig. Die Unzufriedenheit wächst.

Das heißt nicht, dass die Mitarbeitenden dort sich nicht nach Kräften mühen, um uns Bürger zufrieden zu stellen. Ganz im Gegenteil, ich glaube, alle geben ihr Bestes. Anscheinend hindert irgendetwas. Und genau deswegen müssen auch dort neue Wege gegangen werden.
Auch als Verwaltung muss ich mich den folgenden Fragen stellen:
❓Ist das Produkt (bzw. meine Dienstleistung) noch das Richtige?
❓Wem nützt diese Dienstleistung? Wer profitiert von ihr?
❓Ist der Prozess praktikabel genug?
❓Vereinfacht der Vorgang das Leben meiner Bürger?
❓Und nicht zuletzt: Ist das Produkt seine Kosten (noch) wert?
ARBEITEN WIR WERTSCHÖPFEND?

Verwaltungen müssen sich genau wie Unternehmen in der produzierenden Industrie immer wieder neu erfinden, um in den Augen der Bürger ihre Existenzberechtigung zu behalten. Wertschöpfung findet nicht nur in den Fabriken statt. Sie ist unter uns. Auch in den Bürgerbüros in Deutschland.
Wir brauchen eine Awareness für dieses Thema – und zwar bei den Führungskräften in den Verwaltungen. Am besten gestern. Alles andere ist Missbrauch am Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger.
Gerne stehe ich hierbei zur Diskussion und für Anregungen zur Verfügung.

2024-06-04 Bring ihn doch einfach mit!

Bei meinem Einstellungsgespräch sprachen mein zukünftiger Chef und ich über meinen Hund. Ich erzählte ihm, dass mein Hund noch jung ist. Und dass er mir viel bedeutet. Und was ich so mit ihm mache in meiner Freizeit.
„Na dann bring ihn doch einfach mit zur Arbeit,“ war die prompte Antwort.
Für meinen Chef stand außer Frage, dass mein Hund mich zur Arbeit begleiten darf.

Mein Chef selbst hat keinen Hund. Er findet Hunde ganz nett, man kann sie auch mal kurz streicheln, aber hochspringen und abschlecken und der ganze Kram – das muss nicht sein. Mein Chef ist sicher auch kein Fan von Hundehaaren auf dem Büroteppich und Wassertropfen auf dem Büroküchenboden.
Weshalb also war für ihn sofort klar, dass mit mir gemeinsam ein schwarz-weißer Border Collie in sein Büro einfallen würde?
Weil er zugehört hat. Weil er gemerkt hat, dass mein Hund maßgeblich zu meinem Wohlbefinden beiträgt und ich es genieße, nicht die ganze Zeit den Druck zu haben, pünktlich zu Hause sein zu müssen. Weil er priorisiert hat, dass ich mich wohlfühle.

Bei mir ist es der Hund. Bei dir ist es vielleicht ein ergonomischer Schreibtischstuhl oder etwas andere Pausenzeiten zu haben als der Rest der Belegschaft. Vielleicht ist es das Entgegenkommen, erst um 9.30 Uhr anzufangen oder mittwochs von zu Hause zu arbeiten.
Der Punkt ist: Wir werden gesehen. Unser Befinden ist wichtig und wird ernst genommen. Uns wird zugehört. Und so macht genau diese Botschaft (und nicht der Hund an sich) mich dankbar und loyal. Jeden einzelnen Morgen, an dem ich meinen Hund aus dem Kofferraum hüpfen lasse und mit ihm die Treppen hoch zum Büro laufe. Weil ich mich dort akzeptiert fühle, so, wie ich bin und mit allem, was ich nun mal mitbringe.

(Britta Blos, Team SMC)

2024-05-16 Altersheterogene Teams

Eine meiner liebsten Kolleginnen im letzten Jahrzehnt war Gisela. Gisela war in meiner ersten Firma als Buchhalterin beschäftigt. Wir saßen im gleichen Büro. Ich kam frisch vom Studium und war hochmotiviert.

Ich konnte so einiges besser als Gisela.

  • Computerdinge. 
  • Handydinge.
  • Sportliche Dinge.
  • Flexible Dinge.
  • Schnelle Dinge.
  • Englische Dinge.

Was ich nicht konnte?

Meinem Chef sagen, dass ich schon neun Stunden im Büro war und deshalb nicht mehr abends um 18 Uhr Sache XY fertigstellen konnte, auch wenn die Welt davon abhing.

Gisela wusste Bescheid von Dingen, von denen ich nicht mal wusste, dass sie ein Thema sein würden.

Gisela ließ sich nicht unterbrechen. Nicht vom Kollegen, nicht vom Chef. Sie beendete ihre Sätze.

Gisela wusste, welche Person man auf welche Art anspricht, wenn die Kaffeemaschine kaputt ist.

Gisela sagte Sätze wie „Jetzt mal langsam. Das Problem rennt uns nicht weg.“

Gisela war stur. Was sie sich in den Kopf gesetzt hatte, war erstens richtig und das zweitens für immer. 

Gisela wusste, dass morgen auch noch ein Tag ist. Und danach noch einer. Und dass es eine ganze Reihe Berufsjahre waren, die ich noch vor mir hatte.

Gisela scherte sich nicht im Geringsten darum, was andere von ihr hielten. Wichtig waren ihr ergonomischer Schreibtischstuhl und ihre Tomaten im Gewächshaus.

Gisela war mein Regulativ und ich weiß nicht, was ich in den ersten Berufsjahren ohne sie gemacht hätte.❤️

Nicht zuletzt ihretwegen weiß ich um den Wert heterogener Teams. Es ist immer von Vorteil, sich mit Menschen zu umgeben, die anders sind als man selbst. Menschen anderen Geschlechts. Einer anderen Identität. Eines anderen ethnischen Hintergrundes. Und eben auch einer anderen Generation. Nicht fordert uns mehr heraus und nichts schenkt uns einen größeren Mehrwert als Menschen, die anders sind als wir selbst.

So, und nur so, funktioniert persönliche Weiterentwicklung.

In die Kommentare: Kleiner Einblick in unsere Zusammenarbeit und Konfliktpotenzial, das wir bewusst in Kauf nehmen, auch wenn es manchmal heißt, dass man sich annervt und bestimmte Prozesse länger dauern.

(Britta Blos, Team SCM)

2024-04-18 Nicht nur Führen will gelernt sein…

…auch sich führen lassen!

Mentoring- und Traineeprogramme für die, die in Personalverantwortung kommen könnten. Ja. Seminare für angehende Führungskräfte. Richtig und wichtig.

Aber nur eine Seite der Medaille. 

Ca. 5% aller berufstätiger Menschen in Deutschland haben eine Führungs- bzw. Aufsichtsposition (Quelle: Statistik.arbeitsagentur.de). Andersrum bedeutet das, das 95% der Menschen NICHT führen, sondern geführt werden.

Nur, wie lernt man das – sich führen lassen?

Als Kind erfahren wir Führung. Eltern, Erzieher, Lehrerinnen, sie leiten uns, reflektieren mit uns und unterstützen uns bei unserer persönlichen Entwicklung (idealerweise). Es folgt die Pubertät und damit oft eine starke Abgrenzung, Loslösung und ein Infragestellen von Autoritäten. Dieser Prozess hat einen Sinn und ist natürlich.

Unterschreibt ein junger Mensch dann seinen ersten Arbeitsvertrag, kommt er in eine komplexe Situation.

Er möchte Geld verdienen. Zeitgleich zieht er vielleicht zu Hause aus oder nach einem Studium in eine erste Wohnung, raus aus der Studenten-WG. Er hat Lust, zu lernen. Und er will sich selbstverständlich beweisen. Zeigen, was er draufhat.

Er trifft sein Team. Und seine Vorgesetzten. Auch Menschen. Der Mensch muss sich einfügen, seinen Platz finden. Und lernen, so viel lernen! Die praktischen Details des Jobs natürlich, aber das ist noch das Geringste. Er muss auch lernen, wie man im richtigen Moment für seine Meinung einstehen kann. Wie man zu Fehlern steht. Wie man seine Werte im Großkonzern nicht aus den Augen verliert und sich treu bleibt. Und wie man vertraut. 

„Der/die lässt sich gut führen“ wird in den Köpfen gerne gleichgesetzt mit „… hat keine eigene Meinung“, „Mit dem kann man’s machen…“ 

Das Gegenteil ist der Fall.

Sich führen zu lassen, bedeutet, Verantwortung zu übernehmen. Seine Aufgabe und Position im Team für sich differenziert klar zu haben, sich selbst zu führen und im richtigen Moment diese Führung abgeben zu können. 

Das ist eine große Aufgabe, die überall unterschätzt wird und für die fähige Mitarbeitende oft viel zu wenig Wertschätzung erhalten.  Führende und zu Führende gleichermaßen und nachhaltig zu entwickeln ist herausfordernd, aber für das gegenseitige Verständnis und Vertrauen so wichtig.

2024/04/04 Geh vom Guten aus!

Die Osterfeiertage sind vorüber und der normale Alltag hält wieder Einzug.
Zeit, einmal auf die Fastenzeit zurückzublicken.
Wir vom Team SMC hatten uns dieses Jahr wie viele andere Menschen entschieden zu fasten:
Nicht Schokolade, nicht Rotwein, sondern negative Unterstellungen.

Konkret sah das so aus, dass wir versucht haben, unserem Gegenüber zu jedem Zeitpunkt die bestmögliche Absicht hinter seinen Handlungen oder Worten zu unterstellen. Wer anderen positive Absichten unterstellt, sendet selbst positive Vibes aus. Wir unterbrechen also die Negativspirale, in der wir uns manchmal befinden und befeuern eine positive und wertschätzende Grundeinstellung, anstatt uns in immer negativeren Gedanken zu verlieren.

Wenn wir als Sparringspartner wahrnehmen, wie sich jemand ärgert, gilt es, wahrhaftig zuzuhören. Nicht klein- oder wegzureden. Es tut manchmal gut, sich bei jemand anderem „auszukotzen“. Die Gefühle des anderen sind ok so. Aber ich muss mich nicht mitreißen lassen davon, oder sogar mitlästern. Ich kann mich von den Gefühlen des anderen abgrenzen und trotzdem empathisch sein. Und dann kann ich dem anderen eine Tür öffnen. Eine Tür zu einer milderen Interpretation der von ihm erlebten Situation. Eine Tür zu Güte, Gelassenheit und Nachsicht. Dazu muss ich selbst aber gelernt haben, gute Gedanken zu priorisieren. Und das kann ich, indem ich übe. Gute Gedanken sind eine Entscheidung.

Was haben wir also aus dieser Zeit mitgenommen?
1.     💪 Es braucht Übung, nicht immer wieder in die alten Muster zurückzufallen.
2.     ⏳ Es wird aber mit jedem weiteren Tag immer einfacher, vom Guten auszugehen.
3.     🙂 Es fühlt sich richtig gut an, weniger Negativität im Leben zu haben.
4.     🌤 Ich kann mein Umfeld positiv mitgestalten, indem ich anderen gedankliche Türen öffne.
5.    👍  Es ist eine aktive Entscheidung, sich vom altbewährten* negativen Denken abzuwenden.

*Ja, altbewährt. Es sind erlernte Strukturen, die uns unsere Gedanken denken lassen. Muster, die wir aufgrund unserer Erfahrungen entwickelt haben. Manche davon sind destruktiv. Bekannte Muster geben Sicherheit. Es braucht Mut, sie zu hinterfragen und schließlich aufzubrechen.
Trau dich. Es lohnt sich.

Team SMC

cw13 Muss ich mich jetzt schon dafür entschuldigen im Urlaub zu sein?

Link zur LinkedIn Veröffentlichung

ES WIRD JA IMMER NOCH SCHÖNER!

Muss ich mich jetzt schon dafür entschuldigen im Urlaub zu sein?

Heute bekam ich eine automatisierte Antwortmail, indem sich der Empfänger quasi entschuldigt im Urlaub zu sein.
Zitat: „ Leider bin ich im Urlaub …“

Der Arme!

Ja geht‘s denn noch?

Freut Euch dran, dass Ihr Urlaub habt!
Genießt ihn!
Vertraut Eurer Vertretung!

Nur dann – kommt Ihr erholt wieder!

In dem Sinne freue ich mich auf Eure Meinung und wünsche einen schönen Tag.