2025-02-13 Ehrenämter sind das Rückgrat unserer Gesellschaft

Na, haben Sie schon ein neues Ehrenamt gefunden? 😉

Im letzten Artikel haben wir aufgezeigt, dass auch ein Ehrenamt eine schöne Möglichkeit sein kann, uns zu aktivieren und gleichzeitig unsere Gesellschaft zu stützen.
Ehrenamtliches Engagement ist das Rückgrat unserer Gesellschaft. Es füllt Lücken, wo staatliche oder kommunale Strukturen nicht ausreichen, und trägt maßgeblich zum sozialen Zusammenhalt bei. Von der Nachbarschaftshilfe über Vereinstätigkeiten bis zur Katastrophenhilfe – Ehrenamtliche leisten einen unschätzbaren Beitrag. In einer Zeit, in der gesellschaftliches Engagement wichtiger denn je ist, stellt sich die Frage: Wie können wir Menschen, die ein Ehrenamt ausüben, angemessen würdigen und gleichzeitig vor Ausbeutung schützen?

Beispielhaft möchte ich einige Punkte aufführen, die zu einer deutlich verbesserten Zusammenarbeit unter bzw. mit Ehrenamtlichen führen können:

1️⃣Anerkennung: Regelmäßiges Feedback und öffentliche Anerkennung der geleisteten Arbeit sind essenziell.
2️⃣Weiterbildung: Angebote zur persönlichen und fachlichen Entwicklung zeigen Wertschätzung und fördern die Motivation.
3️⃣Einbindung: Ehrenamtliche in Entscheidungsprozesse einzubeziehen, signalisiert Respekt für ihre jeweilige Expertise.
4️⃣Ressourcen: Ausreichende Mittel und Unterstützung für die ehrenamtliche Tätigkeit bereitzustellen, ist ein Zeichen der Wertschätzung.

Wenn Sie als Ehrenamtlicher das Gefühl haben, ausgenutzt zu werden, hier einige Handlungsempfehlungen:

1️⃣Kommunikation: Sprechen Sie offen mit den Verantwortlichen über Ihre Wahrnehmung und Ihre Grenzen.
2️⃣Grenzen setzen: Definieren Sie klar, welche Aufgaben und welchen Zeitumfang Sie übernehmen möchten.
3️⃣Aufgaben überprüfen: Hinterfragen Sie, ob Ihre Tätigkeiten dem ursprünglichen Zweck Ihres Engagements entsprechen.
4️⃣Auszeit nehmen: Zögern Sie nicht, eine Pause einzulegen, wenn Sie sich überfordert fühlen.
5️⃣Zu guter Letzt: Erwägen Sie gegebenenfalls ein Engagement in einem anderen Bereich oder einer anderen Organisation.

Ehrenamtliches Engagement ist von unschätzbarem Wert für unsere Gesellschaft. Um es nachhaltig zu gestalten, müssen wir eine Kultur der Wertschätzung pflegen und gleichzeitig wachsam gegenüber Ausbeutungstendenzen sein. Organisationen sind gefordert, klare Strukturen zu schaffen, die die Arbeit von Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen fair regeln.
Ehrenamtliche selbst sollten sich ihrer wichtigen Rolle bewusst sein und selbstbewusst für ihre Rechte und Grenzen einstehen. Letztendlich geht es darum, eine Balance zu finden zwischen dem Wunsch, sich für die Gesellschaft einzusetzen und dem Bedürfnis nach Anerkennung und fairer Behandlung.

Nur wenn wir das Ehrenamt als wertvolle, aber freiwillige Ressource respektieren und schützen, können wir sein volles Potenzial für eine starke und solidarische Gemeinschaft ausschöpfen.

Welche Erfahrungen haben Sie mit dem Thema Ehrenamt gemacht?

2025-01-09 Gute Vorsätze – aber SMART

Der eine belächelt sie nur müde, für den anderen sind sie fester Bestandteil eines jeden Jahreswechsels: die guten Vorsätze. Ob es sich um die Verbesserung der Fitness, das Erlernen einer neuen Sprache oder die berufliche Weiterentwicklung handelt – viele Menschen nehmen sich vor, ihr Leben zu verändern. Doch wie oft bleiben diese Vorhaben unvollendet oder werden nach wenigen Wochen wieder aufgegeben?

Ein Grund für das Scheitern von guten Vorsätzen liegt oft in der fehlenden Realisierbarkeit. Zu ambitionierte Ziele, die über einen kurzen Zeitraum hinweg nicht zu erreichen sind, führen schnell zu Frustration. Zieldefinition und -formulierung gehören zu den wichtigsten Bausteinen, wenn es darum geht, eine Veränderung herbei zu führen.

Die bekannte SMART-Methode (spezifisch, messbar, attraktiv, realisierbar, terminiert) kann hierbei als hilfreiches Werkzeug dienen.

💡Spezifisch:
Viele Vorsätze lauten zum Beispiel: „Ich möchte fitter werden.“
Ein spezifisches (und damit viel wahrscheinlicher erfüllbares) Ziel ist so formuliert: „Ich möchte dreimal pro Woche ins Fitnessstudio gehen.“

💡Messbar:
Messbar ist dieses Ziel auch direkt, weil wir die drei Trainingseinheiten im Terminkalender eintragen und damit monatlich überprüfen können, ob wir noch gut dabei sind.

💡Attraktiv:
Ein attraktives Ziel ist eines, das uns motiviert, es zu erreichen. Wenn ich nur fitter werden möchte, weil mein Arzt meint, dass das für meinen Blutdruck gut wäre, ist das viel weniger attraktiv als wenn ich mir von mehr Fitness direkte Auswirkungen auf mein Leben erhoffe. Wenn mir klar ist, dass mein fitteres Ich Ende 2025 locker drei Stunden wandern gehen oder mit den Kindern (ohne ständige Verschnaufpausen) im Garten toben kann, dann zieht das mehr.

💡Realisierbar:
Und das bringt uns auch direkt zum nächsten Punkt: War ich bisher ein Bewegungsmuffel und kämpfe mit 20 kg Übergewicht, dann ist der Boston Marathon im nächsten Jahr evtl. ein zu hoch gestecktes Ziel. Realisierbare Ziele machen Spaß und motivieren zum Dranbleiben.

💡Terminiert:
Zu guter Letzt: Ein gut formuliertes Ziel ist terminiert. Ein klarer Zeitrahmen hilft, den Fortschritt zu überwachen, den Fokus zu behalten und motiviert zu bleiben. Kleine Schritte mit kurzen Terminen.

Und immer im Kopf behalten: Die Umsetzung von guten Vorsätzen ist kein einmaliges Event, sondern ein kontinuierlicher Prozess. Rückschläge gehören dazu, aber sie sollten nicht entmutigen. Vielmehr können sie als Lernchancen betrachtet werden, um sich selbst besser zu verstehen und die eigenen Ziele gegebenenfalls neu zu formulieren. Dann ist dieser 1. Januar auch gar nicht mehr so wichtig. Veränderung findet ständig statt! Was wir wirklich ändern wollen (!), das muss nicht bis Silvester warten.

Habt ihr Vorsätze?
Wie geht ihr generell mit selbstgesteckten Zielen um – formuliert ihr sie sauber aus oder schweben sie eher im Hintergrund mit?

2024-05-24 Über die Angst, enttarnt zu werden                                                         

  • „Ihre Verkaufsstrategie: Von 0 auf 100 mit nur minimalen Kosten!“ *Terminbutton*
  • „Mit meiner Hilfe zu 150% Umsatzsteigerung in vier Wochen!“
  • „Wie ich in nur 34 Minuten mein Masterstudium absolviert habe und weshalb ich jetzt die Welt retten kann.“

Aber was, wenn jemand merkt, dass du das alles gar nicht kannst…?

Wenn man durch die Timeline bei LinkedIn scrollt, könnte man meinen, die Welt strotze nur so vor Kompetenz. So viele fähige Menschen – man fragt sich, wie es überhaupt noch Probleme geben kann.

Mein Leben lang habe ich mich immer wieder mal als Blender gefühlt. Als sei es nur eine Frage der Zeit, bis jemand merkt, dass ich eigentlich gar nicht so gut bin, wie alle denken. In der Grundschule hatte ich weniger Freunde als ich gerne gehabt hätte. Also habe ich vor meinen Eltern so getan, als hätte ich mehr. In der Mittelstufe hatte ich irgendwann mal einen guten Lauf im Fach Deutsch und schrieb zwei Einser am Stück. Fortan galt ich als Germanistik-Koryphäe – ein Status, den ich aufrechterhalten wollte und permanent Angst hatte, jemand könne merken, dass ich eigentlich nicht wirklich schreiben kann. Nach meinem Masterstudium bekam ich meinen ersten Job in einer Firma, in der man bisher wenig Erfahrung mit Hochschulabsolventen hatte. Mein Vorgesetzter hatte große Hoffnungen in mich, da ich ja studiert hatte. (Die Akademiker unter uns wissen, dass ein Studium sicher sehr bereichernd ist, einen aber oft nicht unmittelbar für einen bestimmten Job qualifiziert.) Ich stand also ständig (damals unbewusst) unter einem gewissen Erwartungsdruck und hatte so einige Albträume, in denen ich plötzlich splitterfasernackt vor vielen Menschen stand – enttarnt. Diese Dynamik kann im Extremfall dazu führen, dass man zum Job Hopper wird. Lieber rechtzeitig kündigen, bevor jemand merkt, dass ich ein Blender bin. Bevor ich demaskiert werde. Um jeden Preis den Gesichtsverlust vermeiden.

Weshalb ich darüber schreibe? Weil ich denke, dass sehr viele Menschen dieses Gefühl kennen, auch wenn niemand darüber spricht. „Ich bin gar nicht so gut, wie alle denken – wenn die nur wüssten…“ – der Gedanke macht Bauchschmerzen. Und er macht einsam.

Das Wissen darum, dass das ein menschliches und sehr verbreitetes Phänomen ist, ist auch als Führungskraft wichtig. Die eine Mitarbeiterin leistet nicht zwangsläufig schlechtere Arbeit als die andere, nur weil sie offen über ihre Defizite spricht. Wir sollten unser Team dabei supporten, sich zu öffnen und Raum dafür geben, Zweifel zu äußern. Unser Job ist es, ein Klima zu schaffen, in dem angstfrei kommuniziert werden darf, dass man sich etwas gerade nicht zutraut. Ohne Furcht vor Konsequenzen.

Lasst uns alle eine Spur ehrlicher sein. Zugeben, wenn wir etwas (noch) nicht können. Einräumen, wenn uns etwas Angst macht. Sagen, wenn wir uns gerade mutlos fühlen. Denn mit jedem Menschen, der sich selbst fehlbar zeigt, wird es für den nächsten leichter, dasselbe zu tun. Damit rückt sich allmählich das Bild zurecht.
Und das Schöne ist: Wo Schwächen sein dürfen, da können wir Stärken ganz anders zelebrieren.
Unaufgeregt und unaufgeblasen.

(Britta Blos, Team SCM)

2024-05-09 Ein Hoch auf die 50-Jährigen

Maßnahmen, um dem Fachkräftemangel zu begegnen, gibt es viele. Die meisten dieser Maßnahmen haben eins gemein: Es sind Rekrutierungsinstrumente. Sie dienen dazu, neue Mitarbeitende anzuwerben. Über eine ganz einfache Maßnahme wird aber in meinen Augen zu wenig gesprochen: Leute behalten, von denen man glaubt, sie ersetzen zu können.

Die nächsten Jahre und Jahrzehnte werden teamtechnisch eine tendenziell instabile Zeit. Wo viele gehen und Neue kommen, brechen langjährig entwickelte Strukturen auf. Teams, Abteilungen, ganze Unternehmen finden sich neu. Natürlich kann das auch eine Chance sein, aber vor allem ist es eine große Herausforderung, weil wir der damit einhergehenden Instabilität irgendwie begegnen müssen. Es sollte unser Anspruch sein, technisches Know-how in der Firma zu behalten und nicht mit ausscheiden zu lassen.
Und es geht um noch mehr. Um die sozialen Strukturen der Firma. Um Identifikation. Um ein Gespür für den Markt. Um Kontakte. Um ein gewisses Selbstvertrauen.

Ich beobachte aktuell irritiert Großkonzerne, die munter Köpfe in den Führungsetagen rollen lassen und ganze Teams austauschen, weil sie mit den Einzelpersonen unzufrieden sind. Irritiert bin ich deshalb, weil der Zeitpunkt für eine solche Art der Unternehmensführung vollkommen absurd ist. Diese mehr oder weniger strategischen Entscheidungen sind fatal und leichtsinnig. Stück für Stück verwandelt sich eine Firma in ein seelenloses Gerüst. Am Ende ist keine der dort arbeitenden Personen mehr wahrhaftig loyal gegenüber seiner Führungskraft oder dem Unternehmen. Wie auch – erlebt man doch Tag für Tag, wie Kolleginnen und Kollegen wie am Fließband ausgetauscht werden.

Es lohnt sich heute mehr denn je, zwischenmenschliche Probleme anders anzugehen als durch Trennung. Wir begehen sonst einen großen Fehler hinsichtlich der Arbeitskräfteknappheit. 

Denn wer kann den Laden in dieser anspruchsvollen Zeit zusammenhalten?
Die plakative Antwort: 50-Jährige.Gerade unsere „um die 50“-jährigen Mitarbeiter*innen wissen, wie es läuft. Sie sind (oft) lange dabei, kennen den Markt, die Firma, sich selbst. Sie haben noch viele Berufsjahre vor, aber auch schon viele hinter sich. Sie sind die, die uns Stabilität geben können, wenn die Generation der Babyboomer uns nach und nach verlässt. Und deshalb sollten wir uns nicht von ihnen trennen – ganz im Gegenteil. Wir sollten mit ihnen in den Dialog treten. Sie wichtig nehmen. Sie um ihre Einschätzung zu Themen bitten. Sie an Prozessen und Entscheidungen beteiligen, an denen sie bisher vielleicht nicht beteiligt waren. Wir werden sie brauchen. Und wir sollten JETZT damit anfangen, uns gemeinsam darauf vorzubereiten.

2024-05-02 „Sie haben 786 ungelesene E-Mails.“

Wir kennen ihn alle: Diesen Moment, in dem wir nach zwei Wochen Urlaub unseren Rechner hochfahren, das E-Mail-Programm öffnen (oft schon mit einem flauen Gefühl) und dann die Zahl ungelesener E-Mails auf uns wirken lassen. Aber nicht nur nach dem Urlaub leiden viele Menschen an der Flut an andauernd eintreffenden Nachrichten, Informationen zu Projekten, Statistiken (die man sich bitte täglich ansehen soll), Abstimmungen mit Kolleg*innen, Newslettern und Angeboten.

Wir haben einen kleinen Leitfaden zusammengestellt, der dabei helfen kann, eingehende E-Mails zu reduzieren bzw. effizienter zu verwalten.

  • Checke morgens NICHT deine Mails, bevor du nicht mindestens im Bad warst, idealerweise sogar erst dann, wenn du am Schreibtisch bist. Aber lass es definitiv nicht die erste Amtshandlung morgens im Bett sein.
  • Schau auch tagsüber nicht immer wieder in die Mails, sondern nimm dir zwei bis drei Zeitpunkte an deinem Arbeitstag, an denen du dich darauf konzentrierst. Dann widme dich wieder anderen Themen. Stelle die Push-Funktion auf Desktop und Handy aus, so dass du nicht ständig von neu eintreffenden E-Mails abgelenkt wirst.
  • Nutze Postfach-Ordner, um deine Mails vorzusortieren. So behältst du den Überblick und kannst schneller in Wichtig-Unwichtig-Dringend-Nicht dringend unterscheiden. Entscheide idealerweise beim ersten Öffnen, ob du das Thema delegieren kannst (dann gib es sofort weiter) oder ob du dich selbst darum kümmern willst.
  • Bestelle Newsletter konsequent ab, die du nicht wirklich regelmäßig und interessiert liest.
  • Vermeide CC – Du musst nicht alles wissen.
  • Lass dir Informationen, die du nur einmal pro Woche benötigst, nach Möglichkeit gebündelt zukommen statt täglich.
  • Nutze vor allem für größere Projekte mit mehreren beteiligten Personen zum allgemeinen Informationsaustausch Cloud- bzw. Intranetlösungen, anstatt über E-Mails mit riesigen Verteilern zu kommunizieren.
  • Wenn du selbst ein Anliegen hast: Mach doch hin und wieder einen Weg zu Fuß und besprich es einfach persönlich. Die Bewegung tut dir gut, du siehst andere Menschen und du dein Thema geht nicht zwischen den 137 anderen Mails verloren, die der Empfänger heute noch erhalten wird. Auch der Griff zum Telefonhörer hat sich bewährt – gerade, wenn es zum Beispiel um Terminabstimmungen geht.
  • Im Urlaub und bei Krankheit: Nutze die gegenseitige Mail-Weiterleitung an Kolleg*innen bei allen Themen, bei denen es irgendwie möglich ist. Geht das aus irgendwelchen Gründen nicht, frag auch deine*n Vorgesetzte*n. Gerade dort sollte das Interesse groß sein, dass du erholt zurückkommst.
  • Versuch es mal mit einem ehrlichen: „Für dieses Thema habe ich aktuell keine Zeit/Motivation/Muße, bitte versuchen Sie es in 100 Jahren nochmal oder wenden Sie sich an Person X.“ Es ist ok, Themen abzulehnen. Es ist dein Fokus. Es ist deine Zeit.

Welche Strategien helfen euch am besten? Habt ihr weitere Ideen, die wir hier nicht aufgeführt haben?

2024/04/11 Deine Zeit zählt

Ein Auto hupt, ich erschrecke mich und drehe mich um. Das Auto fährt den Bordstein hoch und hält neben mir an. Das Fenster geht runter. Es ist Klaus. Von Klaus weiß ich nicht viel, außer dass er Architekt ist und in den nächsten Jahren in Rente geht. Und eine Hündin hat, die mein Hund sehr schätzt. Wir wohnen in derselben Straße und gehen seit einiger Zeit manchmal zusammen spazieren, wenn wir uns zufällig treffen.

„Wie schön, dich zu sehen! Du warst ja wie vom Erdboden verschluckt. Wie geht es dir?“ frage ich.

Klaus steigt aus und kommt ein bisschen näher. „Nicht so gut, um ehrlich zu sein. Ich hatte vor zwei Monaten eine Lungenembolie.“

In den nächsten Minuten erzählt mir Klaus die Geschichte. Er erzählt von dem komischen Gefühl im Bauch an diesem einen Dienstagabend. Und von dem Gefühl, ein bisschen schlechter Luft zu bekommen. Nicht gravierend, aber doch beängstigend.

Klaus hat die richtige Entscheidung getroffen und ist in die Notaufnahme gefahren. Dann ging alles ganz schnell.

Klaus lebt. Er steht hier vor mir. Das Lächeln etwas weniger breit und ein bisschen blass um die Nasenspitze. Es war eine knappe Geschichte, erzählt er. Er könnte genauso gut tot sein. Aber er lebt.

„Was mich verrückt macht, ist die Angst. Körperlich geht’s mir wieder ganz gut so weit, aber beim kleinsten Pieksen irgendwo in der Brust werde ich wahnsinnig.“ sagt er leise. „Ich hatte in letzter Zeit so viele Reisepläne für die Rente gemacht. Wenn man dann so was erlebt, fragt man sich, ob sich das Planen überhaupt lohnt.“

Dann wird er nachdenklich. „Ich habe mich so oft in meinem Leben über eigentlich völlig belanglosen Kram geärgert. Was für eine Verschwendung von Lebenszeit. Es kann morgen vorbei sein. Es kann heute Abend vorbei sein. Es kann in zwei Minuten vorbei sein!“

Wir reden noch ein bisschen weiter und verabschieden uns dann. Langsam laufe ich mit meinem Hund die letzten Schritte nach Hause.

Ja, es stimmt. Wir haben nur dieses eine Leben. Niemand kann uns sagen, wie lange es noch andauernd wird. Unsere Zeit ist kostbar. Diese Kostbarkeit wird uns umso bewusster, je mehr wir den Fakt an uns heranlassen, dass unser Leben endlich ist. Eines Tages sind wir nicht mehr hier auf dieser Welt. In unseren letzten Minuten zählt vielleicht mehr denn je, wie wir dieses Leben gefüllt haben. Es sind die Begegnungen, die wir hatten. Die Gefühle, die wir gefühlt haben und die, die wir hinterlassen. In den Erinnerungen unserer Mitmenschen leben wir weiter. So können wir über unseren Tod hinaus positiv wirken.

Wenn man Menschen auf dem Sterbebett fragt, was sie bereuen, antwortet keiner: „Ich wünschte, ich hätte mehr gearbeitet. Ich wünschte, ich hätte ein größeres Haus gekauft. Ich bereue es, so viel Zeit damit verschwendet zu haben, meinen Kindern jeden Abend vorzulesen.“

Nein, sie antworten: „Ich hätte mir mehr Zeit für die Menschen nehmen sollen, die mir etwas bedeuten.“

Nutze deine Tage. Deine Stunden. Deine Sekunden. Sie sind wertvoll. Und du bist es auch. Am meisten für die Menschen, die dich lieben. Deshalb mach ihnen das größte Geschenk, das du zu geben hast: Deine Zeit. 

[Eventuelle Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind NICHT zufällig. 

Klaus (der eigentlich anders heißt), wenn du das liest: Ich danke dir von Herzen für unser Gespräch, das mich sehr bewegt hat. Schön, dass es dich gibt.]

2024/04/04 Geh vom Guten aus!

Die Osterfeiertage sind vorüber und der normale Alltag hält wieder Einzug.
Zeit, einmal auf die Fastenzeit zurückzublicken.
Wir vom Team SMC hatten uns dieses Jahr wie viele andere Menschen entschieden zu fasten:
Nicht Schokolade, nicht Rotwein, sondern negative Unterstellungen.

Konkret sah das so aus, dass wir versucht haben, unserem Gegenüber zu jedem Zeitpunkt die bestmögliche Absicht hinter seinen Handlungen oder Worten zu unterstellen. Wer anderen positive Absichten unterstellt, sendet selbst positive Vibes aus. Wir unterbrechen also die Negativspirale, in der wir uns manchmal befinden und befeuern eine positive und wertschätzende Grundeinstellung, anstatt uns in immer negativeren Gedanken zu verlieren.

Wenn wir als Sparringspartner wahrnehmen, wie sich jemand ärgert, gilt es, wahrhaftig zuzuhören. Nicht klein- oder wegzureden. Es tut manchmal gut, sich bei jemand anderem „auszukotzen“. Die Gefühle des anderen sind ok so. Aber ich muss mich nicht mitreißen lassen davon, oder sogar mitlästern. Ich kann mich von den Gefühlen des anderen abgrenzen und trotzdem empathisch sein. Und dann kann ich dem anderen eine Tür öffnen. Eine Tür zu einer milderen Interpretation der von ihm erlebten Situation. Eine Tür zu Güte, Gelassenheit und Nachsicht. Dazu muss ich selbst aber gelernt haben, gute Gedanken zu priorisieren. Und das kann ich, indem ich übe. Gute Gedanken sind eine Entscheidung.

Was haben wir also aus dieser Zeit mitgenommen?
1.     💪 Es braucht Übung, nicht immer wieder in die alten Muster zurückzufallen.
2.     ⏳ Es wird aber mit jedem weiteren Tag immer einfacher, vom Guten auszugehen.
3.     🙂 Es fühlt sich richtig gut an, weniger Negativität im Leben zu haben.
4.     🌤 Ich kann mein Umfeld positiv mitgestalten, indem ich anderen gedankliche Türen öffne.
5.    👍  Es ist eine aktive Entscheidung, sich vom altbewährten* negativen Denken abzuwenden.

*Ja, altbewährt. Es sind erlernte Strukturen, die uns unsere Gedanken denken lassen. Muster, die wir aufgrund unserer Erfahrungen entwickelt haben. Manche davon sind destruktiv. Bekannte Muster geben Sicherheit. Es braucht Mut, sie zu hinterfragen und schließlich aufzubrechen.
Trau dich. Es lohnt sich.

Team SMC

2024/03/14 Welche Potenziale haben Bauchentscheidungen?

Ein Satz, den wir immer wieder von vielen Führungskräften hören, ist: „Wenn der Tag nur zwei oder drei Stunden mehr hätte… Mir fehlt einfach überall Zeit.“

Zeitdruck ist ein weit verbreitetes Problem. Das ist schade, weil er uns an kreativen Schaffungsprozessen hindert. Gute Ideen brauchen Zeit. Zeit, um auch mal im Kreis denken zu können, um uns inspirieren zu lassen, um einfach irgendwie „außer der Reihe“ unterwegs zu sein. Etwas, das viele Ressourcen binden kann und uns schnell blockiert, sind anstehende Entscheidungen. Oft schieben wir Entscheidungen vor uns her, weil wir glauben, dass wir noch nicht alle Fakten kennen oder ausreichend berücksichtigt haben. Sicher gibt es bestimmte strategische Fragestellungen, für die ein sorgfältiges Abwägen notwendig ist. Aber die meisten Entscheidungen können wir ohne intensives Nachdenken von unserem besten Ratgeber treffen lassen: unserem Bauch.

Bauchentscheidungen werden zuweilen verteufelt, insbesondere von Menschen, die stolz auf ihre eigene rationale Herangehensweise sind. Dabei sind intuitive Entscheidungen so wertvoll. Unsere Intuition ist ein Werkzeug, das wir nutzen sollten, um Zeit zu sparen für die Dinge, die uns wichtig sind. Jede spontan getroffene Entscheidung schafft Zeit, in der wir uns stattdessen Themen widmen können, die unsere volle Aufmerksamkeit beanspruchen.

Bauchentscheidungen können deshalb so schnell getroffen werden, weil unser Unterbewusstsein blitzschnell die Sachlage bewertet hat und uns nach einer emotionalen Beurteilung der Fakten ein gefiltertes Ergebnis liefert. Dieser Filter steht uns jederzeit zur Verfügung und wird ausdefiniert durch unser Wertefundament. Eine intuitive Entscheidung ist echt. Sie ist mein ICH in Reinform. Sie hilft dabei, meine Position zu stärken, denn der Einzige, der diese Entscheidung so treffen kann, bin ich selbst. Auf den Mut zur Bauchentscheidung können wir zu Recht stolz sein.

Traut euch, immer mal wieder Dinge aus dem Bauch heraus zu entscheiden.
Schenkt euch selbst damit Vertrauen.

Team SMC

2024/02/29 Gehen Sie den ersten Schritt

Rezension Stefan Bensing

Der Text im Bild ist eine Rezension eines meiner Coachees, über die ich mich sehr gefreut habe. Was ich daraus mitnehme, ist, dass ich Herrn Bensing helfen und seine Position stärken konnte. Herr Bensing profitierte von einer effizienten Herangehensweise, von verschiedenen Lösungsansätzen, die wir gemeinsam aktiv entwickelt haben. Die Kombination aus gemeinsamer Reflexion und meiner persönlichen Erfahrung hat ihm weitergeholfen.
Was ich daraus NICHT mitnehme, ist, dass ich diesen Mehrwert jedem anderen Coachee auch liefern kann. Weil ein Mehrwert für eine Person nicht automatisch auch ein Mehrwert für eine andere Person ist. Coaching ist immer situativ.
Der eine Coachee braucht vom Coach viel Zuspruch. Er hat eine schwere Zeit hinter sich, ist verunsichert und braucht ein entspanntes und geborgenes Setting, definitiv außerhalb seiner Firma. Er fühlt sich wohl in meinem Büro und hört gerne zu. Er holt sich Impulse für sein Handeln und profitiert von der Erfahrung des Coaches.
Ein anderer Coachee hingegen möchte vor allem ins Reflektieren kommen. Er braucht dafür lediglich die richtigen Fragen. Am besten kann er denken, wenn er in Bewegung ist. Deshalb treffen wir uns draußen und gehen miteinander ein Stück. Er möchte schnell vorankommen und nimmt deshalb sogar „Hausaufgaben“ mit, die er in den Tagen zwischen den Treffen selbstständig bearbeitet.
Eine weitere Coachee braucht vor allem die Regelmäßigkeit, die ein Mentoring-Vertrag ihr bietet. Sie geht manchmal unter im Alltag und genießt die bewussten Auszeiten, die das Coaching ihr bietet. Der Ort ist ihr egal, gerne kommt sie auch auf Tele-Coaching zurück. Außerhalb des Coachings hat sie keine Zeit, sich viele Gedanken zu machen, deshalb ist es für sie gut, wenn der Coach ihr diese Arbeit abnimmt und sie zu Beginn jedes Termins abholt.
Diese drei Personen schreiben am Ende des Coachings völlig unterschiedliche Rezensionen – und damit spreche ich nicht von der Sterne-Bewertung, sondern von den jeweils wichtigen Inhalten. Wenn man sich für ein Coaching interessiert, kann ein Blick in die Rezensionen sicher nicht schaden. Es sollte aber immer mit dem Bewusstsein geschehen, dass Coachingprozess und -ergebnis höchst individuelle Dinge sind.
Ich erinnere an dieser Stelle an unseren Impuls dieser Woche von Paulo Coelho: „Manchmal zeigt sich der Weg erst, wenn man anfängt ihn zu gehen!“
Werden Sie aktiv. Holen Sie sich Unterstützung.
Greifen Sie zum Telefon (+49 7821 9761857) oder schreiben Sie mir bei Linkedin eine Nachricht.
Gehen Sie den ersten Schritt. Bei allen weiteren Schritten werde ich Ihnen helfen.

Martin Souchon